KunstFest PASSAGEN – Von Helden

 

„Wir waren dreizehntausend Mann, / Von Kabul unser Zug begann, / Soldaten, Führer, Weib und Kind, / Erstarrt, erschlagen, verraten sind.“ So beschreibt es Theodor Fontanes Ballade Das Trauerspiel von Afghanistan. Wer waren die Helden? Jene 13.000 Engländer, die für ihr Vaterland England fielen, aber Afghanistan zu besetzen suchten, oder waren es die Afghanen, die sie schlugen, um ihr Vaterland zu befreien? Fragen, die im 19. Jahrhundert aktuell waren und es bis heute sind.

Das KunstFest PASSAGEN geht bei Von Helden und Verlierern der Frage nach: Was ist überhaupt ein Held? Das 18. Jahrhunderts definierte: „Held, lat. Heros, ist einer, der von Natur mit einer ansehnlichen Gestalt und ausnehmender Leibesstärcke begabet, durch tapfere Thaten Ruhm erlanget und sich über den gemeinen Stand derer Menschen erhoben.“ Kann aber vielleicht auch ein Verlierer ein Held sein?

Das KunstFest PASSAGEN legt im ersten Jahr einen Schwerpunkt auf das Melodram. Im Italienischen steht melodramma als Synonym für Oper. Aus diesem Begriff entsteht „Melodrammatico“, was nichts anderes heißt als melodramatisch, aber italienisch ungleich besser klingt – eben melo-dramatisch. Zu erleben ab dem letzten August-Wochenende 14 Tage im Gut Rödinghausen im Mendener Stadtteil Lendringsen.

Dass Richard Wagner das Melodram 1852 in seiner Schrift „Oper und Drama“ als ein „Genre von unerquicklichster Gemischtheit“ bezeichnete, ist ein Grund, diese Aussage einer Prüfung zu unterziehen. Zumal der oft so genannte „Erfinder des Gesamtkunstwerks“ die wesentlichen Anregungen für seine Musikdramen von den Melodramen der Pariser Boulevardtheater empfangen hatte, was er später als Groß-Künstler nicht mehr recht wissen wollte.

 

Foto (Beitragsbild) : Alexander Hülshoff, als Solist als Kammermusiker auf den Konzertpodien weltweit etabliert, ist Professor für Violoncello und Künstlerischer Leiter des Orchesterzentrums NRW in Dortmund.

 

Rückfragen: volker.fleige@kunstfest-passagen.de

Das KunstFest PASSAGEN wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft

des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Kunststiftung NRW gefördert.